systemische Applikation

enteral

Wörtlich übersetzt bedeutet enteral, die Applikation über den Magen-Darm-Trakt. Das geschieht, weil das Arzneimittel meist über den gewöhnlichen Weg: Mund→ Magen→ Dünndarm→ Dickdarm eingenommen wird. Dann wird der Wirkstoff über die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes aufgenommen, fortlaufend passiert er die Leber und schließlich gelangt er in das Blut, wo er nun zum Schluss im gesamten Organismus vorhanden ist.

Zwar gibt es einige Vorteile, die wir Ihnen bei den einzelnen Applikationsarten gerne verraten, aber es gibt auch folgende Nachteile:

  • die orale Wirkstoffeinnahme ist kontraindiziert, wenn der Patient zum Beispiel vor oder nach einer Operation nüchtern bleiben muss
  • es kann passieren, dass der Wirkstoff bereits in der Leber abgebaut wird, bevor er in die Blutbahn gelangt
  • Die Medikamente kann den Magen reizen
  • Der Wirkstoff kann sich mit Bestandteilen der Nahrunge verbinden und somit unwirksam werden (z .B. Tetracyclin-Antibiotika mit Milch)
  • Bei Durchfall oder Erbrechen ist die Aufnahme und damit auch die Wirkung des Arzneimittels unsicher (zum Beispiel „die Pille“)

parenteral

Parenteral bedeutet, dass der Magen-Darm-Trakt umgangen wird. Detailliert heißt dies, dass der Wirkstoff am Magen-Darm-Trakt vorbei sofort in die Blutbahn gelangt. Diese Applikationsart wird vorgenommen, wenn das Medikament sehr schnell wirken muss, zum Beispiel bei Unfällen, Notfällen oder Schmerzen. Dennoch ist diese Art der Applikation viel schwieriger durchzuführen als so eine enterale Applikation.

durch die Haut

„Durch die Haut“ bzw. „über die Haut“ ist eine recht angenehme Applikationsart. Medizinisch wird diese auch „percutan“ bzw. „transdermal“ genannt. Dabei wird ein Spezialpflaster, welches einen Wirkstoff enthält und diesen über die Haut langsam abgibt, auf geklebt. Gute Stellen zum Aufkleben dieses Pflasters sind der Oberarm, der Oberschenkel, der Bauch oder die Pobacke. Auch hier wird der Wirkstoff über die Haut direkt in die Blutbahn geleitet. Heutzutage spielen die Pflaster in der Verhütung ( Hormonpflaster für die Frau ) eine große Rolle. Aber auch Analgetika ( Schmerzmittel ) können auf diese Art und Weise als TTS = Transdermales therapeutisches System appliziert werden, zum Beispiel Morphin.

Infusion

Infusion wird umgangssprachlich „Tropf“ genannt. Dabei werden, meist intravenös, Arzneimittel oder Flüssigkeiten in die Blutbahn geleitet.

Injektion

Injektion wird umgangssprachlich „Spritze“ genannt und kann in verschiedenen Arten durchgeführt werden:

  • intramuskulär  = i. m. → in einen Muskel
  • intravenös = i. v. → in eine Vene
  • intraarteriell =  i. a. → in eine Arterie
  • intracutan = i. c. → in die oberste Hautschicht
  • subcutan = s. c. → unter die Haut

Die Injektionen in die Arterie und in die oberste Hautschicht sind allerdings recht wenig gebräuchlich.

in den After

„In den After“ oder auch „rektal“ genannt, ist eine Applikationsart, die durch Einführen eines Zäpfchens zustande kommt. Dabei erfolgt die Wirkstoffaufnahme über die Schleimhaut des Enddarms ( Rektum ). Dies hat zum Vorteil, dass auch hier ein schneller Wirkungseintritt stattfindet. Ebenso vorteilhaft ist dies für Patienten, die keine Tabletten schlucken können, wie zum Beispiel kleine Kinder oder beim Erbrechen. Ein negativer Punkt ist hierbei allerdings, dass manche Wirkstoffe bei dieser Applikationsart die Aufnahme ins Blut nicht besonders hoch ist.

unter die Zunge

Darunter wird verstanden, dass das Medikament unter die Zunge gesprüht oder gelegt wird. In der Fachsprache wird dies „sublingual“ genannt. Das besondere dabei ist, dass eine schnelle Aufnahme des Wirkstoffes garantiert ist, da dieser bereits von der Mundschleimhaut aufgenommen wird. Diese Art der Aufnahme ist auch erlaubt bei Patienten, die nüchtern bleiben müssen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Globulis in der Homöopathie oder das bei Angina pectoris ( Brustenge bzw. Herzschmerzen ) gebende Nitrospray®

durch den Mund

Durch den Mund aufgenommene Medikament ist die häufigste Applikationsart und wird, wie der Name schon sagt, durch den Mund eingenommen bzw. geschluckt. In der Medizin wird dies „oral“ oder „per os“ genannt.

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