Arzneimittelpackungen und Abgabevorschriften

Damit der Wirkstoff eines Arzneimittels nicht seine Wirkung verliert, muss das Medikament zweckmäßig und lichtgeschüzt verpackt werden. Auch hat dies zum Vorteil, dass es nicht ausläuft, keine Feuchtigkeit annimmt oder auf andere Art und Weise vor dem Ende des Verfallsdatums verdirbt. Bei einer falschen Lagerung oder Verpackung, kann es nicht nur zu einem Wirkverlust kommen, sondern auch mit Krankheitserregern kontaminiert werden oder zur Bildung schädlicher Stoffe kommen. Da all dies der Sicherheit des Patienten bzw. Verwenders des Medikaments dient, unterliegt die Verpackung und Lagerung den gesetzlichen Vorschriften. Ebenso soll die Verpackung zur Orientierung helfen und Verwechslungen vermeiden.

Nachfolgend bieten wir Ihnen eine detaillierte Beschreibung der Arzneimittelpackungen an:

  1. Arzneimittelname
  2. Wirkstoffe
  3. Packungsgröße
  4. Arzneiform
  5. Anwendungsart
  6. Verfallsdatum bzw. „verwendbar bis:“
  7. Lagerung
  8. Hersteller
  9. Zulassungsnummer
  10. Chargenbezeichnung
  11. Abgabevorschrift
  12. Information zur Arzneimittelgruppe
  13. Blindenschrift

1) Arzneimittelname → Hier steht der Name des Medikaments, indem der Hersteller häufig entweder den Wirkstoffnamen oder den Firmennamen miteinbezieht. Auch ist es nicht selten, dass der Name des Präparates bereits sagt, gegen welche Beschwerden es helfen soll. Zum Beispiel: das Antiemetikum Vomex®, welches aus dem lateinischen „Vomitus = Erbrechen“ abgeleitet wird. Das „Nitrospray®“, welches den Wirkstoff Nitroglycerin beinhaltet, ist ein Beispiel für den Wirkstoff, der in dem Namen integriert ist.

2) Wirkstoffe → Jedes Arzneimittel wird auf der Packung mit dem einzelnen Wirkstoffnamen angegeben mit zusätzlicher Mengenangabe. Hier zum Beispiel Diclofenac – Natrium 10mg / g Gel (enthält 10mg Diclofenac – Natrium pro Gramm Gel).

3) Packungsgröße → Hier stehen die Mengenangabe (z.B. 30 ml Lösung oder 10 Ampullen zu je 5ml Injektionslösung) oder die Stückzahlen (z.B. 50 Tabletten). Auch werden oft die Packungsgrößenklassifizierungen N1, N2 oder N3 angegeben. Diese stehen für die kleinste, mittlere und größte erhältliche Packung.

4) Arzneiform → Dort steht die Arzneimittelform wie zum Beispiel Lösung, Dragee, Tabletten, Kapsel, Salbe usw.

5) Anwendungsart → Auf jeder Arzneimittelpackung steht ein Hinweis geschrieben, wie das Mittel angewendet wird. Dies könnte zum Beispiel sein:

  • Zum Einführen in den After (Zäpfchen)
  • Zum Auftragen auf die Haut (Salbe)
  • Zum Einnehmen (Tabletten)
  • Zum Einführen in die Scheide (Zäpfchen)
  • Usw.

Handelt es sich um Betäubungsmittel, so muss aus Sicherheitsgründen eine noch genauere Anweisung erfolgen. Zum Beispiel: „Zäpfchen) zum Einführen in den After nach Anweisung des Arztes“.

6) Verfallsdatum bzw. „verwendbar bis:“

Das hier aufgeführte Datum gilt hauptsächlich für Packungen, die ungeöffnet sind. Sind zum Beispiel Nasenspray, Augentropfen oder eine Salbe erst einmal geöffnet worden, so ist der Verfall des Medikaments stark eingeschränkt. Allgemein gilt, dass Augentropfen nach dem Öffnen nur noch maximal 6 Wochen benutzt werden sollten, da sich die Bakterienanzahl zu stark vermehrt hat in dieser Zeit. Arzneimittel, wie Tabletten, Kapseln usw., die einzeln verschlossen sind, können auch so lange verwendet werden, wie auf der Packung steht.

7) Lagerung

Generell für alle Arzneimittel gilt, dass diese…

  • kühl
  • trocken
  • vor Licht geschützt
  • und von Kindern geschützt

…aufzubewahren sind. Zusätzlich könnte noch ein Hinweis auf eine Kühlschranklagerung, wie „Lagerung bei +2°C bis +8°C“ oder „gekühlt lagern“, vorhanden sein. Dieser sollte unbedingt beachtet werden, da sonst sowohl die Wirksamkeit als auch die Keimfreiheit des Arzneimittels eventuell unsicher werden.

8) Hersteller
Da der Firmenname und die dazu gehörige Adresse wichtig ist, um bei wichtigen Fragen oder drohenden Arzneimittelrisiken eine schnelle Information zu bekommen. Auch kann man in der ROTEN LISTE® unter den grünen Seiten ebenso die Adressen der Hersteller herausfinden. Auch stehen hier die 24-Stunden-Notfall – Telefonnummern der Firmen.

9) Zulassungsnummer
Diese Nummer erhält jedes Arzneimittel, welches auf den deutschen Markt zugelassen wird. Sie wird vergeben, wenn die Unbedenklichkeit, Wirksamkeit und Verträglichkeit des Produktes bewiesen ist auch zusätzlich die Nebenwirkungen ermittelt und dokumentiert sind.

10) Chargenbezeichnung
Die Chargenbezeichnung gibt die Produktionsserie, aus der das betreffende Arzneimittel stammt, an. Weist das Medikament irgendwelche Mängel auf, so lassen sich schnell alle Packungen dieser Produktionsserie aus den Verkehr ziehen, um schneller geprüft werden zu können. Handelt es sich um Impfstoffe, so muss die Chargenbezeichnung mehrfach dokumentiert werden. Im Impfpass, in der Patientendatei und in einem gesonderten Impfstoffbuch der Arztpraxis. Dies ist wichtig, damit chargenabhängige Nebenwirkungen besser nachverfolgt werden können.

11) Abgabevorschrift

Das Arzneimittel kann drei verschiedene Abgabevorschriften auf der Packung stehen haben:

  • „verschreibungspflichtig“ → dies bedeutet, dass das Medikament ausschließlich gegen Vorlage eines ärztlichen Rezeptes von dem Apotheker abgegeben werden darf
  • „apothekenpflichtig“ → hier ist Rezept notwendig. Der Apotheker darf das Medikament ohne Verordnung des Arztes abgeben. Dieses Medikament darf jedoch nicht in einem Supermarkt oder einem Drogeriemarkt verkauft werden. Diese Arzneimittel werden nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse übernommen. In der Regel verschreibt Ihnen der Arzt dann ein grünes Rezept oder ein Privatrezept.
  • „Betäubungsmittel“ → Handelt es sich um diese Aufschrift, so darf der Apotheker die Arznei ausschließlich nur gegen ein vollständig ausgefülltes Betäubungsmittelrezept abgeben. Zusätzlich findet man den Hinweis: „Nur bei unbeschädigtem Siegel Garantie für Originalinhalt“. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt,  sollte man daher beim Öffnen der Packung das Siegel entfernen.

12) Information zur Arzneimittelgruppe

  • Einige Hersteller schreiben zusätzlich Informationen zu der Arzneimittelgruppe auf die Packung. Diese können wie folgt aussehen: Antirheumatikum – Analgetikum
  • Gegen Übelkeit
  • Bei Menstruationsbeschwerden
  • Zur Empfängnisverhütung

Auch ist es nicht selten, dass bildliche Abbildungen des Organs, für das das Medikament gedacht ist, zu finden sind. Genauso drucken manche Hersteller das Firmenlogo mit auf die Packung.

13) Blindenschrift
Manche Hersteller finden es überaus wichtig den Arzneimittelnamen auf der Oberseite der Packung zusätzlich in Blindenschrift zu drucken.

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