Wechselwirkungen, welche auch Arzneimittelinteraktionen genannt werden, sind unerwünschte Reaktionen, die oft bei gleichzeitiger Einnahme von zwei oder mehreren verschiedenen Arzneimitteln im Organismus auftritt.
Dabei können verschiedenen Arzneistoffe einander zum Beispiel wie folgt beeinflussen:
- Unterschiedliche Arzneimittel beeinflussen auf pharmakologischem Wege. Zum Beispiel machen Schilddrüsenhormone Antidepressiva und auch Stresshormone wirksamer
- Die Präparate können sich schon im Magen – Darm – Trakt aneinander binden, so dass überhaupt keine Wirkung zustande kommt. Es sollten zum Beispiel keine Eisenpräparate oder einige Antibiotika mit Milch eingenommen werden.
- Außerdem kann der Abbau und die Ausscheidung der Wirkstoffe gehemmt oder auch gefördert werden. Dies passiert genau dann, wenn die Leber und die Niere mehrere Stoffe gleichzeitig verarbeiten müssen. Wird die „Pille“ zum Beispiel mit Antiepileptika eingenommen, so ist die Leber so mit dem Wirkstoffabbau beschäftigt, dass auch der Wirkstoff der „Pille“ zu schnell abgebaut werden kann und somit die Empfängnisverhütung nicht mehr gewährleistet ist.
- Die am häufigste auftretende Wechselwirkung ist jedoch, dass der Wirkstoff die Konkurrenz zu der Plasmaeiweißbindung ist. Das bedeutet, dass die Transporteiweiße des Blutplasmas nur eine bestimmte Anzahl an Arzneimittelmoleküle transportieren kann. Wird nun ein weiteres Arzneimittel eingenommen, so müssen sich die Eiweiße von den Molekülen ablösen, welche dann in dem Plasma schwimmen. Dadurch wird die Wirkung verstärkt.