Welche Keime braucht der Darm?

Gute Keime, schlechte Keime – im Darm eines Erwachsenen tummeln sich rund 100 Billionen Mikroorganismen, bis zu 500 verschiedene Arten. Kommt deren Zusammenspiel aus dem Takt, macht sich das schnell als Missklang in der Verdauung bemerkbar. Entsprechend gelten eine unausgewogene Darmflora und eine gestörte Darmbarriere als Ursachen für die Entstehung des Reizdarmsyndroms.

Keime? Vorsicht, Fehlbesiedlung!

Welche Keime braucht der Darm?

Keime & Darm – Fotolia © JenkoAtaman

Stress, Infektionen und falsche Ernährung können mikrobielle Störungen im Darm hervorrufen. Auch Antibiotikaeinnahmen sind dafür bekannt; manchmal entwickeln Patienten erst Monate oder Jahre nach einer Behandlung mit einem Antibiotikum ein daraus resultierendes Reizdarmsyndrom. Denn Antibiotika unterscheiden nicht zwischen „Gut und Böse“: Sie machen sich über schädliche wie nützliche Bakterien her. Eine Fehlbesiedlung mit krankheitserregenden Keimen ist dann die Folge. Häufig lässt sich gerade bei Reizdarmpatienten ein Anstieg solcher pathogener Erreger feststellen, zum Beispiel von Enterokokken, E.-coli-Bakterien oder C. difficile. Mit ihnen nehmen auch die Stoffwechselprodukte zu, etwa blähende Gase wie Methan und CO2.

Reizdarm mangels guter Keime

Gesundheitsförderliche Mikroorganismen, Bifidobakterien beispielsweise, regulieren u. a. den pH-Wert im Darm und zügeln Krankheitserreger. Lässt ihre Barrierefunktion nach, können schädliche Bakterien in die Darmwand eindringen, Entzündungen hervorrufen und damit typische Reizdarmbeschwerden wie Bauchschmerzen.



Ausgleich durch Probiotika

Um die Darmflora ins Gleichgewicht zurückzubringen, setzen zahlreiche Experten Bakterien-Gaben ein: für den Dünndarm probiotische Keime, Laktobazillen und Bifidusbakterien, für den Dickdarm E. coli Stamm Nissle 1917. Sie ermöglichen es, die Darmflora zu regulieren, Krankheitserreger zu verdrängen sowie eine gesunde Darmbarriere aufzubauen. Und das ohne bisher bekannte Nebenwirkungen.

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