Trotz Reisekrankheit auf Reisen? Gar nicht mal übel

Der Weg ist das Ziel? Wer an Reisekrankheit leidet, dem wird diese Lebensweisheit übel aufstoßen. Reisekrankheit kann jeden treffen und unabhängig von Reiseart oder Reiseziel auftreten. Doch es gibt einiges, was Sie dagegen tun können.

Trotz Reisekrankheit auf Reisen? Gar nicht mal übel

Trotz Reisekrankheit auf Reisen: Gar nicht mal übel

Reisekrankheit? – Fotolia © Andre Bonn

Endlich Urlaub! Der Start in die schönste Zeit des Jahres beginnt für viele Menschen jedoch nur mehr oder weniger angenehm. Während ein bisschen „Reisefieber“ zu Beginn einer Reise völlig harmlos ist, quälen sich manche Reisende die gesamte Strecke bis zu ihrem Urlaubsziel mit Schwindelgefühlen, Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Kreislaufbeschwerden bis hin zur Bewusstlosigkeit – den Symptomen der Reisekrankheit.

Die Auslöser von Kinetose (von griechisch „kinein“ für bewegen) werden häufig im Verdauungstrakt vermutet – das ist falsch. Kinetose wird hervorgerufen durch widersprüchliche Informationen der Sinnesorgane: Das Gleichgewichtsorgan im Mittelohr signalisiert beispielsweise Bewegung durch das Schaukeln an Bord eines Schiffes bei Wellengang oder als Passagier in einem Auto, das eine kurvenreiche Straße fährt. Während die Augen hingegen eine ruhige Umgebung wahrnehmen – etwa unter Deck oder im Wageninneren. Dabei schüttet der Körper Stresshormone und Botenstoffe wie Histamin aus, das für die Übelkeit verantwortlich ist. Wer von vornherein gestresst ist oder Angst hat, ist anfälliger für die Reisekrankheit: Bei Flugangst etwa kann es insbesondere beim Start und bei der Landung zu starken Symptomen kommen.



Säuglinge können noch völlig unbeschwert auf große Fahrt gehen – ihr Gleichgewichtsorgan  ist noch nicht vollständig entwickelt, deshalb bleiben sie auch bei größeren Turbulenzen beschwerdefrei. Am häufigsten sind Kinder zwischen vier und zwölf Jahren betroffen sowie Menschen, die unter starken Ängsten leiden. Dennoch: Wer bereits auf Reisen krank wurde, muss das nicht bleiben und kann das nächste Mal mitunter völlig beschwerdefrei auf Fahrt gehen: Das Gehirn kann lernen mit den widersprüchlichen Sinneswahrnehmungen umzugehen.

Reisekrankheit muss in der Regel nicht behandelt werden. Denn die Beschwerden sollten direkt bzw. spätestens ein bis drei Stunden nach der Reise von selbst wieder verschwinden.

Reisekrankheit? Das können Sie tun:

  • Wichtig: Nehmen Sie vor Reiseantritt nur leichte Kost zu sich (fett- und ballaststoffarm) und verzichten Sie auf Kaffee.
  • Versuchen Sie ruhig zu bleiben und sich bewusst zu machen, dass die Situation an Bord eines Flugzeuges oder Schiffes ungefährlich ist.
  • So simpel es klingt: Atmen Sie ruhig ein und aus – insbesondere bewusstes Ausatmen wirkt beruhigend.
  • Bei Übelkeit im Auto sind Lesen oder Computerspiele tabu. Der Blick sollte nach vorne draußen gerichtet sein – sofern möglich, ist der Beifahrerplatz für Betroffene die erste Wahl.
  • Im Flugzeug sollten Gangplätze auf Höhe der Tragflächen die bevorzugte Wahl sein, denn dort sind Flugbewegungen am wenigsten zu spüren. Wichtig: Sehen Sie bei Start und Landung besser aus dem Fenster, als starr geradeaus.
  • Bei einer Kreuzfahrt sollten Sie in eine Außenkabine mit Fenster investieren. Am stärksten sind die Schaukelbewegungen an Bug oder Heck des Schiffes zu spüren, bei Beschwerden sind diese Bereiche also besser zu meiden.
  • Auch bei einer Zugfahrt kann es – wenn auch seltener – zu Reisekrankheit kommen. Suchen Sie sich dann nach Möglichkeit einen Platz in Fahrtrichtung.

Reisekrankheit – Hilfe aus der Apotheke:

Rezeptfreie Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat blockieren den Botenstoff Histamin, der für die Übelkeit verantwortlich zeichnet. Reise-Kaugummi oder -Dragees aus der Apotheke werden vorsorglich oder direkt im Bedarfsfall eingenommen, sobald Beschwerden auftreten.

Reisekrankheit – Wann zum Arzt?

Sind die Beschwerden auch drei Stunden nach der Reise nicht abgeklungen, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Wichtig: Sofern bereits eine Grunderkrankung am Herz-Kreislauf-System besteht und Symptome der Reisekrankheit auftreten, sollte die Reise sicherheitshalber unterbrochen und umgehend ein Arzt hinzugezogen werden.

Trotz Reisekrankheit auf Reisen? Gar nicht mal übel
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Ein Gedanke zu “Trotz Reisekrankheit auf Reisen? Gar nicht mal übel

  1. Guter Artikel, allerdings wird mir jetzt bereits schlecht, wenn ich dran denke da ich in Kürze verreise. Ich leide an Flugangst :/

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