Generika: Ist billiger denn auch schlechter?
Generika sind wirkstoffgleiche Kopien von Originalmedikamenten und für die medizinische Versorgung und für die Funktionsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherungen von immenser Wichtigkeit. Nach den USA und Japan ist Deutschland das Land mit dem größten Generika-Anteil auf dem Arzneimittelmarkt. Mehr als die Hälfte aller verschriebenen Medikamente sind heute Generika. Vor zehn Jahren waren es lediglich rund 30 Prozent. Im Jahr 2007 konnten im deutschen Gesundheitswesen durch Verordnungen von Generika über 6,5 Milliarden Euro eingespart werden. Aktuell werden in rund vier von fünf Fällen Generika verordnet – vorausgesetzt, dass es eine wirkstoffgleiche Alternative gibt. Nach Einführung eines neuen Medikaments auf dem Markt ist dessen Wirkstoff in der Regel etwa zehn Jahre lang patentgeschützt und der Erstanbieter genießt vollkommene Exklusivität. Erst nach Ablauf dieser Frist darf ein Generikum auf den Markt kommen. Generika verfügen dabei über dieselbe Qualität und Wirksamkeit wie die Referenzpräparate. Dies muss jeder Generika-Hersteller nachweisen und zusätzlich durch die nationale oder europäische Zulassungsbehörde bestätigten lassen. Erst dann wird das Arzneimittel registriert. Die kostengünstigen Generika sind also keineswegs schlechter als das Original und eignen sich durchaus als Ersatz. Die Gründe für die Einsparungen im deutschen Gesundheitssystem ist ein permanenter finanzieller Engpass, der vor allem durch eine immer älter werdende Bevölkerung, aber gleichzeitig durch den kostspieligen medizinischer Fortschritt bedingt ist. Dennoch versucht die Politik, die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten. Deshalb sind Ärzte dazu angehalten, beim Verschreiben von Arzneimitteln neben Qualität und Wirksamkeit auch auf den Preis zu achten.