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Ausgaben für Medikamente steigen wieder

Geld für die GesundheitDie Ausgaben für Medikamente sind in diesem Jahr trotz Einführung des Arzneimittel-Spargesetzes (AVWG)wieder deutlich gestiegen. Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als sei das im Mai 2006 in Kraft getretene Gesetz erfolgreich: 2006 waren die Arzneimittelkosten nur noch um 1,8 Prozent gestiegen im Vergleich zu 16,8 Prozent im Jahr zuvor. Doch 2007 sind die Ausgaben wieder geklettert - zuletzt um 11,8 Prozent im August.

Das AVWG habe lediglich "preisdämpfenden Charakter", sagte Dieter Paffrath, Mitherausgeber des Arzneiverordnungs-Reports 2007, am Dienstag in Berlin. Eine nachhaltige Kostenreduzierung ließe sich nur durch konsequente Änderung bei der Verschreibungspraxis der Ärzte herbeiführen: Durch konsequente Verordnung von Generika könnte das bisherige Einsparungspotenzial um 1,5 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro gesteigert werden. Durch genauere Preisvergleiche bei Analogpräparaten, für die günstigere Substanzen mit gleicher Wirkung als Alternative zur Verfügung stehen, ließen sich weitere 1,3 Milliarden Euro sparen.

Im Jahr 2006 gab die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 25,9 Milliarden Euro für Arzneimittel aus, noch mehr als für ärztliche Behandlungen. Mit 50,3 Milliarden Euro kamen die GKV nur Krankenhausaufenthalte teurer.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will die Pharmafirmen notfalls zwingen, günstige Alternativ-Arzneien auf den Markt zu bringen. Es dürfe nicht sein, dass Hersteller mit solchen Mitteln nicht auf den Markt gingen, um "dicken Reibach" zu machen, sagte Schmidt. Nach Angaben von Report-Mitherausgeber Ulrich Schwabe könnten Patienten mit einer bestimmten Form der Altersblindheit mit Avastin für 32 Millionen Euro pro Jahr behandelt werden. Das Krebsmittel sei dafür aber nicht zugelassen. Das Augen-Mittel Lucentis koste dagegen für alle Betroffenen 8,9 Milliarden.

Schmidt beklagte auch, dass sie für eine Senkung der Mehrwertsteuer für Arzneimitteln auf sieben Prozent keine Mehrheit hinter sich wisse. Die Mehrausgaben durch die Steuererhöhung liegen bei etwa 610 Millionen Euro.

Letzte Änderung des Artikels: 2007-10-19 22:19
Verfasser des Artikels: admin

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