Ruhiger Geist schafft ruhigen Darm: psychologische Ansätze in der Reizdarmtherapie

Psychologische Ansätze in der Reizdarmtherapie? Wenn die Seele unter Druck steht, schlägt das vielen Menschen auf die Verdauung, ganz besonders Reizdarmpatienten. Auf Stress, Ängste und Konfliktsituationen reagiert ein Reizdarm höchst sensibel. Andererseits dankt er es in der Regel schnell, wenn man ihm Ruhe gönnt und Zeit zum Abschalten: Nachts und in entspannten Situationen mindern sich Reizdarmbeschwerden üblicherweise oder lassen sogar völlig nach. In der Reizdarmtherapie setzt man deshalb häufig neben Allgemeinmaßnahmen und Medikamentengaben auf eine psychologische Therapie.

Reizdarmtherapie – Die Auswahl ist groß

Welche Verfahren die beste Wirkung zeigen, hängt stark vom jeweiligen Patienten ab. In Betracht kommen beispielsweise:

  • kognitive Verhaltenstherapie
  • psychodynamische Therapie
  • Biofeedback
  • darmbezogene Hypnose
  • Psychoanalyse
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie




Hilfreich können Entspannungsmaßnahmen sein wie Yoga, progressive Muskelrelaxation, autogenes Training oder spezielle Atemübungen. Solche Techniken lassen sich leicht erlernen – auch viele Krankenkassen bieten solche Kurse an.

Kopf und Bauch im Wechselspiel

Man geht heute davon aus, dass Gehirn und Darm sich wechselseitig beeinflussen („brain-gut axis“) – und die Psyche sich entsprechend auf das Reizdarmsyndrom auswirken kann. So können psychologische Faktoren offenbar die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Zum Teil sehen Experten auch einen Zusammenhang zwischen dem Reizdarm-Syndrom und traumatischen Ereignissen und familiären Belastungen in der Kindheit. Oft sind Reizdarmpatienten zudem ängstlicher als andere Menschen oder neigen zu Depressionen. Entsprechend sind in vielen Fällen Angsterkrankungen und Burnout mit zu behandeln.

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