Phytopharmaka – Neue Erkenntnisse und interessante Studien

Jedes Jahr geben die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland fast 30 Milliarden Euro für Arzneimittel aus. Die Pro-Kopf-Ausgaben liegen bei etwa 560 Euro. Sogenannte Phytopharmaka, also Arzneimittel, die pflanzliche Wirkstoffe enthalten, werden immer beliebter und rücken auch immer mehr ins Interesse der Forschung. Pflanzliche Arzneimittel können bei verschiedenen, zum Teil auch sehr schweren Erkrankungen eingesetzt werden. Grundsätzlich müssen Phytopharmaka dieselben Anforderungen hinsichtlich Qualität, Verträglichkeit, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit erfüllen wie chemisch-definierte Arzneimittel.

Phytopharmaka – Neue Erkenntnisse und interessante Studien




Cranberry zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen

Cranberry

Urheber: kasiap

Eine Studie mit über 900 Heimbewohnern mit einem durchschnittlichen Alter von 84 Jahren zeigte, dass Extrakte aus der Cranberry Harnwegsinfekten vorbeugen können. Einige der Patienten hatten zu Beginn der Studie aufgrund von Katheterisierungen und Diabetes mellitus ein hohes Risiko für Harnwegsinfekte. Mit Einnahme der Cranberry-Kapseln konnte dieses Infektionsrisiko um 26 Prozent gesenkt werden. Allerdings sind die Kosten für eine hoch dosierte Cranberry-Therapie recht hoch. Alternativ könnten auch Cranberry-Säfte, die rein natürlich sind, genutzt werden. Hier ist die Studienlage allerdings nicht ganz so eindeutig.

Johanniskraut gegen Depressionen – Wirksam und natürlich

Johanneskraut

Urheber: silencefoto

Verschiedene Studien belegen die Wirksamkeit von Johanniskraut bei leichter und mittelschwerer Depression. Eine Metastudie kommt zu dem Schluss, dass natürliche Arzneimittel mit Johanniskraut chemischen Antidepressive wie Serotonin-Wideraufnahmehemmern, in der Wirkung mindestens ebenbürtig sind. Die Nebenwirkungen sind jedoch deutlich geringer, da pflanzliche Arzneimittel mit Johanniskraut eine viel höhere Verträglichkeit aufweisen. So ist die Anzahl der Therapieabbrecher bei Serotonin-Wiederaufnahmehemmern doppelt so hoch wie bei der Johanniskraut-Anwendung. Die Einnahme von trizyklischen Antidepressiva brechen sogar viermal so viele Menschen ab. Die Wirkung von standardisierten hoch dosierten Johanniskraut-Präparaten ist mit der Wirkung des bekannten Antidepressivums Citalopram vergleichbar.

Natürliche Arzneimittel gegen chronische Darmentzündungen

Kamille

Urheber: ovydyborets

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die vielen Menschen zu schaffen machen. Beide Erkrankungen sind nicht heilbar. Die Betroffenen müssen dauerhaft Medikamente einnehmen. Eine Studie hat nun gezeigt, dass ein pflanzliches Präparat aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle bei beiden Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden kann. Die Studie zeigte, dass sich unter Einnahme des Arzneimittels die Aktivität der Erkrankung, die Rückfallquote und die Dauer bis zum Rückfall signifikant veränderten. Auch das Ausmaß der Entzündung im Darm wurde durch das Präparat deutlich verringert. Noch dazu ist das Pflanzenpräparat im Gegensatz zu anderen Arzneimitteln, die zur Behandlung von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn zum Einsatz kommen, gut verträglich.

Diese Studien zeigen, dass sich bei der Behandlung von Erkrankungen ein Blick auf die pflanzlichen Arzneistoffe als Alternative zu chemischen Medikamenten durchaus lohnen kann.

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