Probiotika – auf Masse und Klasse kommt es an

In Joghurts kennt sie wohl jeder, inzwischen findet man Probiotika auch in speziellen Wurst-, Käse- und Speiseeisprodukten. Man erhält sie als Nahrungsergänzungs- oder auch als Arzneimittel. Sie sollen die Darmbesiedlung mit guten Keimen fördern, gegen Darmerkrankungen wie zum Beispiel Reizdarm helfen und das Immunsystem ankurbeln. Tatsächlich können Probiotika viel bewirken – sofern man sie in der richtigen Qualität und Quantität zu sich nimmt.

Probiotika – auf Masse und Klassekommt es an

Probiotika – auf Masse und Klasse kommt es an

Probiotika – Fotolia © fotobauer_11

Was sind Probiotika?

Laut Definition des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind Probiotika (von gr. pro bios = „für das Leben“) lebende Mikroorganismen (in den meisten Fällen Bakterien, ähnlich den nützlichen Mikroorganismen), die wir Menschen auch in unserem Darm haben und in ausreichender Menge und in aktiver Form in den Darm gelangen und positive gesundheitliche Wirkungen erzielen können. Sie werden auch als „gute Bakterien“ bezeichnet. Gesunde bzw. gute Bakterien sind Teil unseres Immunsystems und helfen dabei, Infektionen vorzubeugen.

Breite Vielfalt

Wichtig ist: Es gibt nicht das eine Probiotikum. Es existieren unterschiedlichste Bakterienstämme, die jeweils individuelle biologische Eigenschaften und physiologische Wirkungen haben. Milchsäurebakterien wie etwa Lactobacillus und Bifidobakterien gehören dazu, aber auch nicht-pathologische Varianten der E.-coli-Bakterien sowie der Hefepilz Saccharomyces boulardii.

Einsatzort Dickdarm

Probiotika wirken im Dickdarm. Dort unterstützen sie beispielsweise die Darmflora bei der Abwehr von Krankheitserregern, verbessern die Barrierefunktion der Darmwand. Oder sie tragen zur Normalisierung der Verdauung bei, wenn diese infolge einer Infektion oder Medikamenteneinnahme aus dem Gleichgewicht geraten ist und Blähungen, Durchfall oder Verstopfung auftreten.


Hohe Anforderungen

Um den Dickdarm zu erreichen, muss das Probiotikum allerdings lebend Magen und Dünndarm passieren, ohne von Magen- oder Gallensäure zersetzt zu werden. Am Zielort schließlich müssen sie zahlenmäßig stark genug sein, um sich gegen die bestehende Darmflora behaupten zu können. Man geht deshalb davon aus, dass ein probiotisches Produkt mindestens 100 Millionen bis eine Milliarde lebende Bakterien enthalten und meist täglich eingenommen werden sollte.

Einsatz ganz bedarfsgerecht

Ob eine Probiotikazufuhr einen positiven Effekt erzielen kann, hängt vom Behandlungsgrund ab, von der Art des Bakterienstammes und von dessen Menge. So mag dem einen Patienten bereits der tägliche Genuss von Naturjoghurt gut tun – denn auch gewöhnlicher Joghurt enthält Probiotika in Form von Milchsäurebakterien –, während ein anderer erst von der Einnahme eines probiotischen Arzneimittels profitiert.

Übrigens: Überzeugende Beweise für die Wirkung von Probiotika in der Prävention von Magen-Darm-Erkrankungen gibt es für die akute infektiöse Diarrhö im Kindesalter.

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