Stuhlinkontinenz – wenn der Schließmuskel nicht mehr schließt

Hält der Schließmuskel nicht mehr, was er verspricht, kann dies verschiedene Ursachen haben. Verletzungen nach Geburten oder Operationen beispielsweise, eine Beckenbodenschwäche, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder auch Verstopfung bei Reizdarmpatienten. Stuhlinkontinenz kommt häufiger vor, als man denkt – und lässt sich oftmals schon mit einfachen Maßnahmen beheben.

[adsenseyu1]Richtig ernähren und trainieren

Je nach Diagnose machen üblicherweise nicht-operative Methoden den Anfang. Bei verstopfungsbedingter Stuhlinkontinenz etwa kann bereits eine Ernährungsumstellung helfen. Ballaststoffreiche Lebensmittel erhöhen das Stuhlvolumen, verbessern die Stuhlbeschaffenheit und normalisieren so die Verdauung. Sehr wirksam ist in der Regel Beckenbodentraining. Diese Gymnastik trainiert gezielt die Muskeln im Anal- und Beckenbereich, ist leicht zu erlernen und zu Hause ausführbar.

Gezielt angehen mit Biofeedback und Reizstrom

Zu den nicht-operativen Maßnahmen zählen auch das sogenannte Toilettentraining sowie Biofeedback. Bei ersterem übt man per Verhaltenstherapie, die Toilettengewohnheiten zu erkennen und zu beeinflussen, etwa feste Zeiten für den Toilettengang einzuführen. Biofeedback wiederum schult die bewusste Wahrnehmung und Steuerung der Schließmuskelspannung. Dazu wird ein kleiner Ballon im Analkanal platziert, man spannt den Schließmuskel an und erfährt durch ein Signal, wann ein bestimmter Kneifdruck erreicht ist. Speziell die Schließmuskelfunktion lässt sich zudem per Elektrostimulation verbessern, indem der Schließmuskel durch Reizstrom passiv angespannt wird.

Von der Naht bis zum Schrittmacher

Operativ behandeln lassen sich kleine Verletzungen des Schließmuskels. Teilweise werden Schließmuskeln sogar rekonstruiert oder durch körpereigene Implantate ersetzt. Bei Nervenschäden im Beckenbereich können Schrittmacher implantiert werden, die die jeweiligen Nerven mit leichten elektrischen Impulsen stimulieren und die Koordination zwischen Schließmuskel, Darm, Beckenboden und Gehirn fördern sollen.

Diskrete Helfer

Für die Zeit, bis Behandlungen und Übungen Wirkung zeigen, finden sich heutzutage im Handel die unterschiedlichsten Produkte zur Inkontinenzversorgung. Das können Hilfsmittel zur Beckenbodenunterstützung sein oder leistungsfähige Einlagen und Analtampons. Auch Medikamente wie Laxanzien (Abführmittel) oder Motilitätshemmer zur Verlangsamung der Darmpassage sind je nach Beschwerdeursache indiziert, sollten aber nicht zur Dauerlösung werden.

Tipp: Wirksame Hilfe bei Reizdarmbeschwerden – „Das Arzneimittel Symbioflor® 2 wirkt beruhigend auf den gereizten Darm. Es enthält natürliche Darmbakterien in Reinkultur und hoher Konzentration. Die Bakterien helfen, Defizite von Darmflora und Darmschleimhaut auszugleichen.“ Mehr dazu

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