Was machen eigentlich Durchfallmittel?

Trinken, den Flüssigkeitsverlust ausgleichen ist die wichtigste Maßnahme bei akutem Durchfall. Dann finden sich noch die unterschiedlichsten Arzneien gegen Diarrhö. Aber wie wirken die überhaupt?

Bremst und festigt: Loperamid
DurchfallerkrankungEines der wohl bekanntesten rezeptfreien Durchfallmittel ist Loperamid. Es wirkt zum größten Teil lokal an der Darmschleimhaut und dies gleich auf zweierlei Weise. Zum einen beruhigt es die durch die Durchfallerkrankung erregte Darmmuskulatur. Zum anderen hemmt es den Einstrom von Wasser aus der Schleimhaut in den Darm. Es verfestigt also den Stuhl und verringert seine Frequenz. An der Durchfallursache ändert Loperamid nichts. Sind Bakterien oder Viren die Auslöser, wird deren Ausscheidung durch den Wirkstoff sogar verlangsamt – die Krankheit dauert also mitunter länger als ohne Behandlung. Ein Zuviel kann in eine Verstopfung umschlagen. Für Kinder unter zwölf Jahren ist das Medikament kontraindiziert.

Natürlich und pflanzlich
Ein altes Hausmittel gegen Durchfall ist medizinische Kohle. Sie soll Schadstoffe, beispielsweise Bakteriengifte, im Darm binden und festigt den Stuhl. Absorbierend wirken auch mineralische Stoffe wie etwa Heilerde. Abdichtende und gleichzeitig entzündungshemmende Wirkung haben Gerbstoffe. Tanninalbuminat etwa dichtet adstringierend die entzündliche Darmschleimhaut ab und vermindert dadurch sowohl den Flüssigkeitsverlust als auch die Giftaufnahme.

Kampf den Keimen: Antibiotikum
Manchmal hilft am besten ein Antibiotikum. Zum Beispiel bei akuter komplizierter Diarrhö und dem Verdacht einer invasiven Verlaufsform. Wann und inwiefern die Gabe sinnvoll ist, entscheidet der Arzt. Häufig werden Antibiotika Fernreisenden empfohlen, denen zur Durchfallbehandlung kein ausreichendes medizinisches Versorgungsangebot zur Verfügung steht. Hierbei handelt es sich üblicherweise um Antibiotika mit breitem Wirkspektrum, beispielsweise um Rifaximin.

Bitte schonend und darmfeundlich
Bedenken Sie allerdings, dass Antibiotika nicht nur pathogene Keime unschädlich machen, sondern sich oft auch gegen wichtige Bakterien der Darmflora richten. Nach einer infektiösen Durchfallerkrankung können Probiotika helfen, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Zurückhaltung ist auch gefragt, wenn es um Arzneimittel und chronischen Durchfall geht. Chronische Darmleiden oder auch das Reizdarmsyndrom erfordern stets eine möglichst ursachenbezogene Therapie.

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