Arzneimittelforschung heute

Lebensgefährliche und unheilbare Erkrankungen sind nach wie vor eine der größten Bedrohungen der Menschheit. Neue, wirksame pharmazeutische Mittel zu entwickeln ist die große Herausforderung der modernen Arzneimittelforschung.

Während heute sehr systematisch in hochtechnologisierten Labors geforscht wird, war früher häufig der Zufall an den größten Entdeckungen beteiligt. Ein Beispiel dafür ist der schottische Bakteriologe Alexander Fleming, der 1928 das Penicillin „erfand“. In vergessenen Glasbehältern mit Bakterienkulturen hatte sich Schimmel gebildet. Fleming wollte die Behälter wegwerfen, doch dann fiel ihm ein schmaler Ring um den Schimmel herum auf. Dort wuchsen keine Bakterien. Aus Schimmelpilzen der Gattung Penicillium konnte der Wissenschaftler einige Zeit später einen antibakteriellen Wirkstoff isolieren: das so genannte Penicillin. Fleming erhielt dafür den Nobelpreis und rettete die Leben von Millionen von Menschen, die an Tuberkulose, Typhus, Blutvergiftung oder Scharlach erkrankt waren.

60 bis 70 Prozent aller Arzneimittelwirkstoffe werden aus Pflanzen gewonnen oder sind aus der Natur abgeleitet. Obwohl es für Krankheiten wie bestimmte Krebsarten, neurodegenerative Leiden (Alzheimer, Parkinson) oder Virusinfektionen (zum Beispiel AIDS) noch keine effektiven Therapien gibt, entdecken Forscher immer wieder neue vielversprechende Inhaltsstoffe. 1964 beispielsweise fanden Wissenschaftler aus den USA heraus, dass Pflanzenextrakte aus der pazifischen Eibe Krebszellen beeinflussen. Nach umfangreichen Studien erfolgte 1992 die Zulassung eines Medikaments namens Taxol zur Behandlung von Eierstockkrebs. Inzwischen wird Taxol ebenso bei bestimmten Formen und Stadien von Lungenkrebs und bei Brustkrebs verordnet.

Auch bakterielle Erreger sind noch immer teils hochgefährlich für uns. Viele Menschen haben aufgrund der unbedachten Anwendung von Antibiotika diesbezüglich Resistenzen entwickelt. Sogar auf das nur in Kliniken als „eiserne Reserve“ eingesetzte Antibiotikum Vancomycin sprechen immer weniger Patienten an. Besonders in Hinblick auf Pandemien ist diese Entwicklung besorgniserregend. Daher werden in diesem Bereich künftig Forschungsschwerpunkte liegen. Auch Ansätze aus der Volksmedizin und Naturheilkunde könnten zukünftig eine wichtige Rolle spielen.

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